Wenn jemand stirbt, stehen die Hinterbliebenen oft vor einem digitalen Vorhang: E-Mail-Postfach gesperrt, Online-Banking blockiert, Cloud-Fotos unerreichbar. Dabei wäre die Lösung einfach — wenn die Zugangsdaten an der richtigen Stelle hinterlegt wären.
Methode 1: Passwort-Manager mit Notfallzugang
Moderne Passwort-Manager wie 1Password, Bitwarden oder Dashlane bieten Funktionen für den Erbfall: Sie können einen Notfallkontakt benennen, der nach Ablauf einer Wartezeit Zugriff erhält. Diese Methode ist sicher, denn Ihre Passwörter werden verschlüsselt gespeichert — der Notfallkontakt erhält erst Zugriff, wenn Sie ihn nicht innerhalb der Frist ablehnen.
Methode 2: Verschlüsselter Tresor
Erstellen Sie eine Liste mit allen Zugangsdaten, speichern Sie diese als verschlüsselte Datei (z.B. mit VeraCrypt oder als verschlüsseltes PDF), und hinterlegen Sie das Passwort dazu beim Notar oder in einem versiegelten Brief beim Nachlassgericht.
Methode 3: Briefumschlag beim Notar
Die einfachste — wenn auch weniger elegante — Methode: Schreiben Sie Ihre Passwörter auf und hinterlegen Sie den versiegelten Umschlag beim Notar. Der Umschlag wird nach Ihrem Tod dem Erben ausgehändigt.
Was Sie vermeiden sollten
Passwörter in Ihrem Testament aufführen — Testamente werden beim Nachlassgericht eingereicht und sind damit potenziell einsehbar. Passwörter in einer normalen Textdatei ohne Verschlüsselung speichern. Passwörter an Orten aufbewahren, die Einbrecher oder Fremde finden könnten.
Regelmäßige Aktualisierung
Passwörter ändern sich. Überprüfen Sie Ihre Notfallunterlagen mindestens einmal im Jahr und aktualisieren Sie geänderte Zugangsdaten.
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