Quelle: ERITAJ Redaktion
Der digitale Nachlass ist einer der am häufigsten vernachlässigten Bereiche der Nachlassplanung. Dabei haben die meisten Menschen dutzende Online-Konten, Abonnements und gespeicherte Daten. Was passiert damit nach dem Tod?
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Machen Sie eine Liste aller relevanten digitalen Konten und Dienste: E-Mail-Konten (privat und beruflich), Social-Media-Profile (Facebook, Instagram, LinkedIn, X), Cloud-Dienste (iCloud, Google Drive, Dropbox), Online-Banking und Depots, Streaming-Dienste, Online-Shops mit gespeicherten Zahlungsmitteln, Domain-Registrierungen und Webhosting.

Schritt 2: Zugangsdaten sichern
Ihre Angehörigen können ohne Zugangsdaten in der Regel nicht auf Ihre Konten zugreifen — auch nicht mit Erbschein. Erstellen Sie eine verschlüsselte Passwortliste oder nutzen Sie einen Passwort-Manager (z.B. 1Password, Bitwarden) und hinterlegen Sie den Master-Zugangscode an einem sicheren Ort, der einer Vertrauensperson bekannt ist.
Schritt 3: Digitale Vollmacht
Ergänzen Sie Ihre Vorsorgevollmacht um eine explizite Klausel für digitale Angelegenheiten: Der Bevollmächtigte soll berechtigt sein, Ihre Online-Konten zu verwalten, zu kündigen oder zu memorialisieren.
Schritt 4: Konten mit Todesfallregelungen nutzen
Google erlaubt es, im "Inaktivitätsmanager" Kontakte zu benennen, die nach dem Tod Zugriff erhalten. Facebook bietet die "Gedenkstätten"-Funktion. Prüfen Sie, welche Ihrer Dienste solche Funktionen anbieten, und nutzen Sie sie.
Schritt 5: Wichtige Daten sichern
Fotos, Videos, persönliche Dokumente — sichern Sie diese auf einem externen Datenträger oder in einem digitalen Nachlasstestament, das Ihre Wünsche zur Weitergabe oder Löschung dokumentiert.
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