Das Gespräch über Erbe und Vorsorge mit den eigenen Eltern fühlt sich für viele Menschen unangemessen an – als würde man auf den Tod warten oder nach Geld schielen. Dabei geht es um das Gegenteil: Wer das Gespräch führt, zeigt Verantwortung und Fürsorge. Er verhindert, dass geliebte Menschen im schlimmsten Fall ohne Orientierung dastehen.
Der richtige Zeitpunkt
Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt – aber es gibt gute Anlässe. Folgende Situationen bieten natürliche Einstiege:
Ein Todesfall oder Erbstreit in der Bekannten- oder Verwandtschaft
Ein Umzug oder Hausverkauf der Eltern
Eine Erkrankung oder ein Krankenhausaufenthalt
Ein runder Geburtstag oder Jahrestag
Ein eigener Lebensabschnitt (Heirat, Geburt eines Kindes)
Wie fängt man an?
Der erste Satz ist der schwierigste. Einige Formulierungen die den Einstieg erleichtern:
„Ich möchte sicherstellen, dass ich euch im Ernstfall wirklich helfen kann – dafür brauche ich ein paar wichtige Informationen."
„Ich habe gerade mein eigenes Testament gemacht und gemerkt, wie viele Fragen ich gar nicht beantworten konnte. Habt ihr eures schon geregelt?"
„Ich möchte nicht, dass wir uns in einer Krisensituation zum ersten Mal über diese Dinge unterhalten müssen."
Was konkret besprochen werden sollte
Gibt es ein Testament? Wo liegt es?
Gibt es eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung?
Wer soll im Pflegefall entscheiden?
Welche Bestattungswünsche gibt es?
Gibt es wichtige Verträge, Konten oder Versicherungen?
Wo befinden sich wichtige Dokumente?
Was wenn die Eltern nicht reden möchten?
Nicht jedes Gespräch gelingt beim ersten Versuch. Akzeptieren Sie Widerstände – und versuchen Sie es später erneut. Manchmal hilft es, einen neutralen Dritten (Notar, Berater) als Moderator einzubeziehen. Zeigen Sie durch eigenes Handeln, dass das Thema normal ist – indem Sie Ihre eigene Vorsorge sichtbar in ERITAJ regeln.