Eine lebzeitige Hausübertragung kann Erbkonflikte vermeiden und steuerliche Vorteile bieten, birgt aber auch erhebliche Risiken für den Schenker. Dieser Ratgeber zeigt die wichtigsten Vorteile und Gefahren dieser Entscheidung auf.
Vorteile der lebzeitigen Hausübertragung
Vermeidung von Erbengemeinschaften: Bei mehreren Kindern entsteht durch die Übertragung zu Lebzeiten nicht die klassische Konfliktkonstellation, die entsteht, wenn das Haus erst im Erbfall anfällt
Klare Nachfolge: Eine frühe Übertragung beantwortet eindeutig, wer Eigentümer wird, welche Rechte der bisherige Eigentümer behält und welche Absicherungen gelten – statt späterer Unsicherheit
Steuerliche Freibeträge nutzen: Persönliche Freibeträge im Schenkungsteuerrecht können bewusst und planvoll ausgeschöpft werden
Frühzeitiger Aufbau des Nachfolgers: Das Kind kann sich schrittweise mit Verwaltung und Verantwortung vertraut machen
Entlastung des späteren Nachlasses: Das Vermögen wird bereits zu Lebzeiten weitergegeben
Risiken der lebzeitigen Hausübertragung
Verlust der Eigentümerstellung: Nach der Übertragung gehört die Immobilie dem Erwerber – der Schenker verliert die Kontrolle
Abhängigkeit vom Erwerber: Das Verhältnis kann sich verschlechtern, das Kind kann heiraten oder insolvent werden
Gefährdung der Altersversorgung: Eigentum bedeutet Sicherheit und Handlungsmacht – beides geht verloren
Neue Konflikte mit Geschwistern: Diese entstehen, wenn die Übertragungslogik nicht transparent kommuniziert ist
Fehlende Reversibilität: Eine vollzogene Immobilienübertragung ist viel schwerer rückgängig zu machen als ein Testament